Konsum-Influencer*innen aus den sozialen Netzwerken: Wie viel kriege ich für 100 €?

Manchmal frage ich mich, was mit einer Reichweite wie einer Dagi Bee, einem Sami Slimani, einer Caro Daur und den vielen anderen großen Influencer*innen auf den sozialen Plattformen alles gemacht werden könnte.Die Welt verbessern? Vielleicht ein bisschen!

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Influencer*innen sind Personen, die aufgrund ihrer starken Präsenz und hohen Ansehens in den sozialen Netzwerken eines kommerzialisierten Internets für Werbung und Vermarktung in Frage kommen. (Quelle: Wikipedia)

Es gibt so viele Organisationen, NGOs und Institutionen, die versuchen Kinder und Jugendliche für gesellschaftlich relevante Themen zu sensibilisieren und sie ins Reflektieren und Handeln zu bringen. Alle diese Institutionen würden sich die Finger danach lecken, um die Aufmerksamkeit der jungen Zielgruppe zu haben, so wie es die Influencer*innen haben.

Die Reichweite der Influencer ist harte Arbeit. Das steht außer Frage. Themen wie Diversität und Umweltschutz sind auf den ersten Blick auch nicht so cool wie Pranks, Whats in my Bags, Hauls, und Monatsfavoriten, aber wichtig.

Viel Content ist leider sehr konsumorientiert und gar nicht reflektiert, sodass ich das ein oder andere Mal den Daumen nach unten geben möchte.

Um nur ein wenig Konsum-Content zu nennen:

LIVE TEST! | H&M | Wie viele KLEIDUNGSSTÜCKE für UNTER 100 EURO? von Mary Merkel

30 mega crazy Dinge für einen 1€ getestet von Dagi Bee

20 richtig VERRÜCKTE Dinge für 1€ testen von Dagi Bee

1.000 BECHER IM ZIMMER PRANK !!! von den PrankBros

Ab und zu ein Video mit Mehrwert, gesellschaftlicher Relevanz und Nachhaltigkeit wäre doch nicht zu viel verlangt. Da können vielleicht nicht so viele Affiliate Links gesetzt werden, aber es gibt einem dieses schöne Gefühl, eine gute Tat vollbracht zu haben.

#1 Zahl des Monats: 11 Millionen Tonnen Lebensmittel landen jährlich in Deutschland im Müll

Wow, 11 Millionen Tonnen! Das sind, wenn ich richtig gerechnet habe, 136 Kilogramm Lebensmittel, die pro Kopf in der Tonne landen. Jedes achte Lebensmittel, das im Einkaufskorb liegt, landet nicht im Magen sondern im Müll. Dabei sind laut einer Studie der Fraunhofer Projektgruppe mindestens 30 Prozent dieser Abfälle noch geniessbar.

Aber was ist so schlimm daran, wenn Lebensmittel weggeschmissen werden?  Zur Herstellung von Nahrungsmitteln werden viele Ressourcen benötigt: kostbarer Ackerboden, Wasser und Energie zur Verarbeitung und Transport. Diese wertvollen Ressourcen gehen leider verloren, wenn das ungenutzt Essen weggeschmissen wird. Auch ein interessanter Faktor: Durch die vermeidbare Lebensmittelverschwendung schafft man eine künstliche Lebensmittelverknappung, die sich am Ende auch auf den Preis der Lebensmittel auswirken wird.

Der Umgang mit Lebensmitteln ist eine Frage der Achtsamkeit. Ich sollte meine Einkäufe besser planen und Übriggebliebenes und Angebrochenes schnell wiederverwerten. Worauf ich schon lange nicht mehr achte, ist das Mindesthaltbarkeitsdatum. Essen wird nur weggeschmissen, wenn es wirklich nicht mehr genießbar ist und der Apfel wird mit Griebsch gegessen. Da sind jedoch definitiv noch Möglichkeiten zur Müll- und Selbstoptimierung offen.

Zu gut für die Tonne ist eine Initiative des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. So ein Projekt ist auch dringend notwendig, um Aufmerksamkeit für das Thema zu schaffen. Immerhin hat sich die EU und auch Deutschland vorgenommen bis 2020 die Lebensmittelabfälle zu halbieren. Diese Reduzierung betrifft nicht nur Privathaushalte, sondern auch die Landwirtschaft und herstellende Industrie.

Bildquelle: Lebensmittelverluste entlang der Wertschöpfungskette in Deutschland © WWF (2015)

Die Studie des WWF „Das große Wegschmeißen“ beschäftigt sich ganzheitlicher mit der Lebensmittelverschwendung und nimmt die Lebensmittel vom Acker bis zum Teller des Konsumenten unter die Lupe. Mit verbessertem Management, nachhaltigeren Marketingstrategien und veränderten Konsumgewohnheiten kann laut dem WWF viel getan werden.

Also mehr Liebe für die krumme Gurke!

Was bedeutet eigentlich Nachhaltigkeit?

Das komplexe Thema Nachhaltigkeit leicht erklärt? Eure Suche hat vielleicht ein Ende! Das kurze Video zeigt anschaulich wie die ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit im Geflecht miteinander zusammenhängen und für eine nachhaltige Lebensweise im Gleichgewicht sein sollten.

Aus meiner Erfahrung heraus brauche ich nicht das hochwissenschaftliche Wissen bis ins kleinste Detals über den Klimawandel, Kohlenstoffsenken oder den Ressorcenschutz, um nachhaltig zu handeln. Damit ich eine Entscheidungen in Sachen Nachhaltigkeit treffen kann, muss ich eigentlich nur die Zusammenhänge und die Wechselwirkungen zwischen den drei Faktoren der Nachhaltigkeit verstehen und im globalen Kontext einzubetten. Das Drei-Säulen-Modell ist eine Möglichkeit, um euer eigenes Nachhaltigkeitsmanagement anzugehen.

In Kürze: Das große Ganze verstehen und eine Balance der Faktoren anstreben! Allerdings müsst ihr immer kurz ins Denken kommen, bevor ihr die Nachhaltigkeit einer Handlung oder eines Produktes bestimmt könnt. Wie die Bewertung der Nachhaltigkeit euer Handeln beeinflusst, ist dann aber wieder ganz euch überlassen.